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Murano Glas – eine spannende Geschichte!

27.08.2018, von: Petra, zuletzt aktualisiert am 23.11.2019

Kunst und Schmuck aus Muranoglas findet wieder wachsende Wertschätzung. Bis vor kurzem konnten die Artikel nicht billig genug sein, was dazu geführt hat, daß selbst Venedig von charakterloser Massenware überschwemmt wurde. Mittlerweile geht der Trend zum Glück wieder zu hochwertigem und einzigartigem Schmuck, d.h. zu Unikaten.

Mit beeindruckendem Schmuck und Einrichtungsgegenständen wie Vasen und Leuchten ist das Glasgewerbe auf Murano groß und berühmt geworden. Im folgenden Artikel erfährst Du, wie und wann die Erzeugung und Bearbeitung von Glas auf Murano begonnen hat und wie sich diese Branche über die Jahrhunderte bis heute entwickelt hat.

Wie kam die Glas-Herstellung nach Murano? 

Bereits im 10. Jahrhundert stellten Glashütten in Venedig Glas nach orientalischem Vorbild her. Im Jahre 1204 eroberten die Kreuzfahrer und Venezianer im Laufe des sogenannten Vierten Kreuzzuges Konstantinopel. Dies hatte den Effekt, daß Glasbläser aus Konstantinopel ihr Know-How nach Venedig brachten.

Ende des 13. Jahrhunderts wurde Venedig von einem verheerenden Brand heimgesucht. Aus Angst vor weiteren Bränden wurden alle venezianischen Glashüttten und im Schlepptau die gesamte in Venedig ansässige Glasindustrie auf eine Nachbarinsel von Venedig, nach Murano verlegt. Zwischen Murano und Venedig liegen ca. 3km Wasser, sodaß man in Venedig selbst bei einem sehr großen Brand auf Murano nichts zu befürchten hatte.

Die Verlegung der venezianischen Glasaktivitäten nach Murano brachte einen weiteren Vorteil mit sich: Die Geheimnisse der Glasmacher waren auf Murano viel besser geschützt als im geschäftigen Venedig. Die Glasmacher wurden regelrecht auf der Insel Murano festgesetzt: Sie durften die Insel nicht verlassen. Diese Strategie hat funktioniert, denn über die Jahrhunderte entwickelte sich Murano zum größten europäischen Zentrum für Glasherstellung!

Vasen aus Muranoglas mit murano-typischen, kunstvollen Verzierungen
Muranoglas-Vasen im Museo del Vetro auf Murano, Foto: colorano

 

 

Alltagsgegenstände zuerst

Lange Zeit waren auf Murano fast ausschliesslich Gebrauchsgegenstände aus Glas im Fokus: Flaschen, Gläser, Schalen, Brillengläser. Spiegel aus Muranoglas waren wegen ihren opulenten Verzierungen sehr beliebt.

Ständige Verbesserungen im Prozeß der Glasherstellung brachten schließlich Angelo Barovier Mitte des 15. Jahrhunderts den Durchbruch. Er hatte ein Glas entwickelt, was besonders rein, blasenfrei und transparent, sozusagen kristallklar. Mit diesem sozusagen lupenreinen Glas legte Barovier den Grundstein für die Fertigung von besonders schönen Gegenständen, die seither als Murano-Glaskunst viele Kunst-Liebhaber begeistert gemacht haben.

Wie kommt die Farbe ins Glas? Die bunte Welt der Murano Gläser. 

Durch Beimischung von verschiedenen Metalloxyden konnten die Glasmacher farbige Gläser in fast allen erdenklichen Farben herstellen und aus diesen wunderbare, farbenfrohe Glasarbeiten fertigen. Murano ist berühmt für Gläser mit intensiven Farben, für filigrane Verzierungen und für das Auf- bzw. Einschmelzen von Emaille, Blattgold und Blattsilber.

Das Ende der Monopolstellung von Murano

Die venezianische Glasindustrie boomte im 16. und 17. Jahrhundert nahezu konkurrenzlos.  Aber mit der Zeit wurden die Angebote von ausländischen Glashütten für die auf Murano festsitzenden Glasmacher einfach zu verlockend und lukrativ. Selbst die von der venezianischen Regierung angedrohte Todesstrafe für flüchtende Glasmacher konnte einige von ihnen nicht davon abhalten, bei ausländischen Glashütten gutes Geld zu verdienen.

Dadurch verbreitete sich das auf Murano aufgebaute Know-How schnell: Viele Glashütten, über ganz Europa verteilt, produzierten fortan “a la facon de Venice” – nach venezianischer Art. Rasch verloren die Glashütten auf Murano ihren Know-How-Vorsprung. Das venezianische Glasmonopol war Geschichte.

Know-How Transfer in die andere Richtung: Von Böhmen nach Murano

Auch ausserhalb von Murano hatte sich die Glaskunst weiterentwickelt. Beispielsweise wurde in Böhmen Kristallglas geschliffen und eroberte die Herzen vieler Menschen in Europa. Um an diesem Erfolg teilzuhaben, versuchten sich auch die venezianischen Glasmacher mit der Glasschleiferei. Heutzutage überläßt man diese Technik eher wieder den Kollegen in Böhmen.

Murano im 19. Jahrhundert – eine neue Ära beginnt 

Nachfahren alteingesessener Glasbläserfamilien besannen sich wieder auf traditionsreiche venetianische Techniken und öffneten ihre Betriebe wieder. Durch ständige Weiterentwicklung entstanden neue Glasmischungen und Designs. Hochwertige Glasobjekte fanden Ihren Weg in Kunstgalerien und Museen. Muranoglas wurde zu einer Marke für einzigartige Glaskunst in Europa. Heutzutage sind rund 100 Glashütten kleiner und mittlerer Größe auf der Insel aktiv.

Leider sind viele Venedig-Touristen (noch) nicht bereit, für hochwertige und einzigartige Glaskunst einen angemessenen Preis zu bezahlen. Deswegen gibt es selbst in Murano und erst recht in Venedig viel charakterlose Glas-Massenware zu kaufen. Die Käufer bringen diese Artikel dann stolz als vermeintliche Muranoglas-Souvenirs nach Hause.

Bei hochwertigen Muranoglas-Stücken verhält es sich wie mit feinen Schweizer Uhren: Qualität hat ihren Preis. Man hat bei einem guten Stück dann aber auch etwas fürs Leben gekauft, das viel Freude berreitet und seinen Wert erhält.

Ich verwende für meine Schmuckstücke ebenfalls Glas von Murano, das von der Firma Effetre hergestellt wird.
Schaue doch mal in meinen Online-Shop rein! Alle Schmuckstücke, die du dort siehst, sind von mir selbst handgefertigt, mit Muranoglas.

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