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Murano-Glas - eine spannende Geschichte!

27.08.2018

Kunst und Schmuck aus Muranoglas findet wieder wachsende Wert-schätzung. Bis vor kurzem konnten die Stücke nicht billig genug sein, was dazu geführt hat, daß selbst Venedig von charakterloser Massenware überschwemmt wurde. Mittlerweile geht der Trend wieder zu hochwertigen, einzigartigen Schmuck- bzw. Kunstwerken. Erfahren sie mehr zur spannenden Entstehungsgeschichte von Muranoglas im folgenden Artikel.

Foto: colorano

Wie kam die Glas-Herstellung nach Murano? 

Bereits im 10. Jahrhundert stellten Glashütten in Venedig Glas nach orientalischem Vorbild her. Im Jahre 1204 wurde Konstantinopel erobert, was unter anderem dazu führte, daß Glasbläser aus Konstantinopel ihr Know-How mit nach Venedig brachten. 

Ende des 13. Jahrhunderts wurde Venedig von einem verheerenden Brand heimgesucht. Aus Angst vor weiteren Bränden wurden alle venezianischen Glashüttten und im Schlepptau die gesamte in Venedig ansässige Glasindustrie auf  eine Nachbarinsel von Venedig, nach Murano verlegt. Zwischen Murano und Venedig liegen ca. 3km Wasser, sodaß man in Venedig selbst bei einem sehr großen Brand auf Murano nichts zu befürchten hatte. 

Die Verlegung der venezianischen Glasaktivitäten nach Murano brachte einen weiteren Vorteil mit sich: Die Geheimnisse der Glasmacher konnten auf Murano viel besser geschützt werden als im geschäftigen Venedig. Die Glasmacher wurden regelrecht auf der Insel Murano festgesetzt: Sie durften die Insel nicht verlassen. So entwickelte sich Murano über die Jahrhunderte zum größten europäischen Zentrum für Glasherstellung! 

Muranoglas-Vasen im Museo del Vetro auf Murano, Foto: colorano

Alltagsgegenstände  zuerst

Lange Zeit wurden auf Murano fast ausschliesslich Gebrauchsgegenstände aus Glas hergestellt: Flaschen, Gläser, Schalen, Brillengläser. Spiegel aus Muranoglas waren wegen ihren opulenten Verzierungen sehr beliebt. 

Ständige Verbesserungen im Prozeß der Glas-herstellung brachten schliesslich Angelo Barovier Mitte des 15. Jahrhunderts den Durchbruch. Er hatte ein Glas entwickelt, was besonders rein, blasenfrei und transparent, sozusagen kristallklar. Mit diesem sozusagen lupenreinen Glas legte Barovier den Grundstein für die Fertigung von besonders schönen Gegenständen, die seither als Murano-Glaskunst viele Kunst-Liebhaber glücklich gemacht haben. 

Wie kommt die Farbe ins Glas? Die bunte Welt der Murano Gläser! 

Durch Beimischung von verschiedenen Metalloxyden konnten die Glasmacher farbige Gläser in fast allen erdenklichen Farben herstellen und aus diesen wunderbare, farbenfrohe Glasarbeiten fertigen. Murano ist berühmt für Gläser mit intensiven Farben, für filigrane Verzierungen und für das Auf- bzw. Einschmelzen von Emaille, Blattgold und Blattsilber.

Das Ende der Monopolstellung von Murano  

Die venezianische Glasindustrie boomte im 16. und 17. Jahrhundert nahezu konkurrenzlos.  Aber mit der Zeit wurden die Angebote von ausländischen Glashütten für die auf Murano festsitzenden Glasmacher einfach zu verlockend und lukrativ. Selbst die von der venezianischen Regierung angedrohte Todesstrafe für flüchtige Glasmacher konnte einige von ihnen nicht davon abhalten, bei ausländischen Glashütten gutes Geld zu verdienen.  

Dadurch verbreitete sich das auf Murano aufgebaute Know-How schnell: Viele Glashütten über ganz Europa verteilt produzierten fortan “a la facon de Venice” – nach venezianischer Art. Rasch verloren die Glashütten auf Murano ihren Know-How-Vorsprung. Das venezianische Glasmonopol war Geschichte.  

Know-How Transfer in die andere Richtung: Von Böhmen nach Murano 

Auch ausserhalb von Murano wurde die Glaskunst weiterentwickelt. Beispielsweise wurde in Böhmen Kristallglas geschliffen und eroberte die Herzen vieler Menschen in Europa. Um an diesem Erfolg teilzuhaben, versuchten sich auch die venezianischen Glasmacher mit der Glasschleiferei. Heutzutage überläßt man diese Technik eher wieder den Kollegen in Böhmen.  

Murano im 19. Jahrhundert – eine neue Ära beginnt 

Nachfahren alt eingesessener Glasbläserfamilien besannen sich wieder auf traditionsreiche venetianische Techniken und öffneten ihre Betriebe wieder. Durch ständige Weiterentwicklung entstanden neue Glasmischungen und Designs. Hochwertige Glasobjekte fanden Ihren Weg in Kunstgalerien und Museen. Muranoglas wurde zu einer Marke für einzigartige Glaskunst in Europa. Heutzutage sind rund 100 Glashütten kleiner und mittlerer Größe auf der Insel aktiv. 

Leider sind viele Venedig-Touristen (noch) nicht bereit, für gehobene einzigartige Glaskunst einen angemessenen Preis zu bezahlen. Deswegen gibt es selbst in Murano und erst recht in Venedig viel charakterlose Glas-Massenware zu kaufen, die von den Käufern dann stolz als vermeintliches Muranoglas-Souvenir nach Hause gebracht werden. 

Bei hochwertigen Muranoglas-Stücken verhält es sich wie mit feinen Schweizer Uhren: Qualität hat ihren Preis. Man hat bei einem guten Stück dann aber auch etwas fürs Leben gekauft, das viel Freude machen kann und seinen Wert erhält.  

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